Wer A sagt, sollte auch B …

Wer Tierschutz fordert, sollte auch kein Tierleid kaufen. Wer Nachhaltigkeit fordert, sollte saisonal und regional und BIO essen. Qualität? lässt sich sicher nicht am günstigsten Preis messen. Wer A sagt, sollte auch B kaufen.

Die Wohlstandsgesellschaft bringt es mit sich. Wir haben immer alles, und das sofort.
Die vielzitierten Erdbeeren im Winter.
Den kuscheligen, spottbilligen „Onesie“ aus China. 
Das Karree um 2,99 das Kilo.
Meterlange Listen ließen sich hier fortsetzen.

Gleichzeitig ist uns aber nicht wohl dabei.
Wir kritisieren Kritikwürdiges schnell, dauerhaft und heftig, solange es nicht unmittelbar unsere eigene Lebenswelt betrifft. Letzteres lässt die Wahrnehmung schnell umdrehen.
Beispiele gefällig?

Freitags beim Fernsehen:
Wahnsinn! Die füttern Antibiotika? Was sind denn das für Gauner, die Bauern! Und wir gehen dann an resistenten Keimen ein, oder was?

Samstags beim Einkaufen:
…Das Schnitzel, 3,49 das Kilo. Chicken-Nuggets
mhhh, lecker, die nehmen wir mit, so ein Schnäppchen!
…Grillfleisch gemischt, mariniert, im  Sonderangebot…,
Schatz, grillen wir morgen?

Neulich beim abendlichen Philosopieren:
Das ist schon unglaublich, oder? Die meisten Kühe kommen ihr ganzes Leben nicht auf eine Weide. Also wenn du mich fragst, gehört das verboten, aber sofort!

am folgenden Morgen auf dem Weg zur Arbeit:
Was macht dieser sch… Bauer mit seinen Drecksviechern schon wieder auf der Straße (hupt wiederholt, schimpft zum Fenster raus)!
Und überhaupt, der kann mir die Autowäsche zahlen, wenn die ganze Straße verdreckt ist!
Wenn der nochmal die Straße blockiert, zeig ich ihn an.

Gänsemarsch zur Weide © Bio Austria
Gänsemarsch zur Weide © Bio Austria
manchmal wird`s auch ein größerer Verkehrsweg sein, der überquert werden muss!

WhatsApp Nachricht auf dem iPhone:
Bringst du bitte vom Supermarkt noch zwei Liter Milch mit, wenn du nach Hause kommst?
Die um 79 Cent, steht gleich da bei diesen Müller-Milch Sachen!

Mit der Lebensweise, die diese nicht ganz frei erfundenen Gegebenheiten aus unserem Alltagsleben widerspiegeln, drehen wir permanent an einer Abwärtsspirale aus Qualitätsverlust, Naturausbeutung, maßloser Energieverschwendung und letztlich tausendfachem Zusperren von landwirtschaftlichen Betrieben.

Keine Regierung, kein Gesetz kann das stoppen.
Ändern können sich die Dinge durch vieltausendfachen Griff ins richtige Regal.
Der Käufer – der Konsument hat die Macht. Er/sie sollte sie nutzen.

Wer will, dass die Welt bleibt wie sie ist, will nicht, dass sie bleibt!

Wenn wir wollen, dass die Welt bleibt, wie wir sie kennen und lieben, werden wir nicht umhin kommen, unser wirtschaftliches, politisches und persönliches Handeln rasch und nachhaltig zu ändern. In nahezu allen Lebensbereichen.

Markus Danner

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