Bio und die Biene – sind Zwillinge

Bio und die Biene – Warum Bio Imkerei?

Weil Bio und die Biene zusammengehören.
Seit ca. hundert Jahren versucht man aus den Honigbienen Haustiere zu machen. 
Das funktioniert nicht, die Bienen sind und bleiben Wildtiere und es ist damit entsprechend umzugehen.

„Die Bienen schenken dem Menschen Honig und duftendes Wachs, aber was vielleicht mehr wert ist, als Honig und Wachs: sie lenken seinen Sinn auf den heiteren Junitag, sie öffnen ihm das Herz für den Zauber der schönen Jahreszeit, und alles, woran sie Anteil haben, verknüpft sich in der Vorstellung mit blauem Himmel des Sommers, die Uhr der Stunden des Überflusses, der schnelle Flügel der aufsteigenden Düfte, der Geist und Sinn des strömenden Lichtes, das Lied der sich dehnenden ruhenden Luft, und ihr Flug ist das sichtbare Wahrzeichen, die deutliche musikalische Note der tausend kleinen Freuden, die von der Wärme erzeugt sind und im Lichte leben. Sie lehren uns die zarteste Stimme der Natur verstehen, und wer sie einmal kennen und lieben gelernt hat, für den ist ein Sommer ohne Bienensummen so unglücklich und unvollkommen, wie ohne Blumen und ohne Vögel.“ 
aus “Das Leben der Bienen” von Maurice Maeterlinck

Die Bienen würden eigentlich immer alles richtig machen!
Der Mensch, als ihr Betreuer kann ihnen manchmal helfen, muss aber scheinbar erst lernen, sie nicht in noch größere Schwierigkeiten zu bringen.
Eine sensible Beobachtung und zurückhaltender Umgang bei der Betreuung ist ein Gewinn für beide Seiten.
Die Imkerschaft wundert sich derzeit über die immer stärker und aggressiver werdenden Bienenschädlinge und Bakteriosen.
Es wird offensichtlich nicht zur Kenntnis genommen, dass zum Teil die Medikamentenanwendung der letzten 30 Jahre die Ursache dafür ist. 
Durch gut gemeinte Anwendungen ist z.B. die Varroamilbe regelrecht „gezüchtet“ worden.

Dazu kommen noch die Probleme, die durch die intensive Landwirtschaft für die Bienen bestehen.
Die Bio-Bienenhaltung versucht hier mit einigen umsichtigen „Rückschritten“ zumindest eine Stagnation der laufenden Degenerierung auf den Weg zu bringen. Denn Bio und die Biene passen zusammen.
In erster Linie geht es um die Bienen und dann um die daraus entstehenden Produkte!

„Die Imkerei ist eine der schönsten Beschäftigungen, die ich kenne:
in der warmen Jahreszeit  die Arbeit mit den Bienen und die Honigernte,
in der anderen Hälfte des Jahres die Erstellung und Reparatur  der Betriebsmittel. Das ergibt eine zeitliche Abwechslung, die immer voller Spannung bleibt“.

Hans Rindberger

Biobetrieb mit großer Artenvielfalt

Das brauchen wir! Biobetriebe, die eine große Artenvielfalt vorzuweisen haben.
Biobetriebe sollten zeigen – es geht! Und sie sollen zeigen, wie es geht.
Wirtschaftlichkeit und Biodiversität sind kein Widerspruch.
Im Salzburger Land kann von zahlreichen Betrieben eine beeindruckende Artenvielfalt in ihren Wiesen, Rainen, Hecken, Weiden und sonstigen Strukturen präsentiert werden.
Die Familie Mosshammer in Saalfelden beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit Ansprüchen der Insektenwelt. Für viele Arten ist ihr Betrieb zum Lebensraum, zum Zuhause geworden.

wenn wir ein bisschen Platz und Zeit lassen…, ist vieles plötzlich wieder da!

Wildbienen sind oft Bodenbrüter

Wo finden Wildbienen Brutplätze?
Besonders solitär oder in kleinen Völkern lebende Wildbienenarten suchen vielerorts vergeblich nach geeigneten Plätzchen, um erfolgversprechend Brut anzulegen.

Das Beispiel im Bild zeigt eine Brutkolonie in Erde unter einem Balkon.
Das bedeutet, dieser Platz wird nicht von Fahrzeugen befahren, selten bis gar nicht begangen und ist wettergeschützt.

Wildbienenheim in geschütztem Erdreich © Markus Danner
Wildbienenheim in geschütztem Erdreich © Markus Danner

Wo gibt es diese Plätze noch?
Am ehesten an einer Stadelwand im Feld. Genau im Übergangsbereich vom wetterbeeinflussten, feuchten Erdreich zum ausgetrockneten unter Dach graben diese Insekten ihre Brutstätten.
Praktisch nicht zu trocken, nicht zu feucht. In unmittelbarer Umgebung finden die Insekten Blühpflanzen, wenn um die Hütte herum nicht zu sauber ausgemäht wird.
Viele Wildbienen sind auf eine ganz bestimmte, auf “ihre” Pflanzenart spezialisiert.

Den Wildbienen Brutplätze anzubieten, ist gar nicht besonders kompliziert, es bedarf einer kleinen Änderung in unserer Einstellung: nicht überall sterile Ordnung! Ein bisschen Sand und Kies hier, ein bisschen Altholz da und dort, schon entstehen wertvolle Habitate, die niemanden stören sollten, aber der Artenvielfalt enorm gut tun!

Stadel in der Wiese oder am Acker als kleiner Lebensraum © Markus Danner)
Stadel in der Wiese oder am Acker als kleiner Lebensraum © Markus Danner)
  • Eidechse im Aufwärmmodus © Markus Danner
  • Totholz, Steine und Kies als Brutplatz für Insekten und andere © Markus Danner
  • Insekten- und Reptilienwohnstätte
  • stehendes Totholz in Miniwildnis © Markus Danner

Markus Danner

Der sterbende Baum ist Lebensraum

Totholz als Biotop ist unersetzlich!
Bäume verabschieden sich, wenn man ihnen die Zeit lässt, über Jahrzehnte von ihrem aktiven Dasein. In dieser Zeit sind sie ein Universum in und für sich.

Pilze, Insekten(-larven), Vögel, Spinnen, Kleinsäuger, Schlangen und was es sonst noch so gibt, Vieles lebt im und vom Holz bzw. vom Lebensraum, den dieses Holz bietet.

  • Streuobstreihe © Bio Austria
  • stehendes Totholz in Miniwildnis © Markus Danner
  • Obstgarten © Markus Danner
  • Totholz, Steine und Kies als Brutplatz für Insekten und andere © Markus Danner
  • hohler Baumstock mit Spuren von Bewohnern © Markus Danner

Für viele Vertreter dieser Arten ist es von existenzieller Bedeutung, dass Totholz als Biotop, als Landschaftsstruktur überhaupt vorhanden sind.

Einzelne Bäume, die ihre Ertrags- oder Wachstumsjahre hinter sich haben, deren Holz aber wirtschaftlich von untergeordnetem Nutzen ist, sollten unbedingt stehenbleiben.
Im Besonderen Biobetriebe haben eine Vorreiterrolle beim Bereitstellen von natürlichen Lebensräumen.

Markus Danner

Der Regenwurm macht fruchtbar

Regenwurmlosung in Weide © Markus Danner
Regenwurmlosung in Weide © Markus Danner

Der Regenwurm bringt frischen Mineralboden aus tieferen Schichten an die Oberfläche, neutralisiert und stabilisiert jährlich Tonnen von Erde pro Hektar, macht Nährstoffe verfügbar und konzentriert diese in seinen Losungshäufchen.

“Gott kennt das Rezept, fruchtbaren Boden zu machen, und er hat dieses Geheimnis dem Regenwurm anvertraut.”
franz. Sprichwort

Dutzende Arten arbeiten im Untergrund landwirtschaftlich genutzter Flächen. Dabei kann ihre Individuenzahl pro Hektar eine halbe Million weit überschreiten.
Er ist einer der wertvollsten Helfer des Biobauern und bedeutendsten Vertreter der Bodenfauna.

Wenngleich eine Art regional durch ihren enormen Materialauswurf auf Wiesen und Weiden Probleme bereitet, ist die Bedeutung der Regenwürmer für die Bodenfruchtbarkeit insgesamt nicht hoch genug zu würdigen.

Der Regenwurm macht fruchtbar, im wahrsten Sinne des Wortes.

Markus Danner