Tierhaltung und Weidemanagement im Bio Landbau

Internationale Fachtagung zu Fragen der Umsetzung der EU Bio-Verordnung.

Die Konsequenzen des inzwischen berüchtigten EU Audits in Österreich von 2017 sind nach wie vor weder in allen Bereichen klar, noch befriedigend.
Die Thematik ist inzwischen weit über Österreich hinaus heiß, denn aufgrund der Brisanz und der Folgenschwere der bislang gezeigten Kompromisslosigkeit mancher Auslegung durch Zuständige in Kommission (und Ministerien) ist bei vielen in der EU angekommen, dass es nicht bei einem österreichischen Problem bleiben wird.

In einer sehr gut gelungenen 1 ½ tägigen Fachtagung – online abgehalten – wurden die Positionen in Österreich, gesamteuropäisch und organisationsübergreifend ausgetauscht.

Die Standpunkte betroffener Bauern wurden eingangs per Videobotschaften eingebracht, Interessensvertreter von Bio austria und LK Österreich platzierten ihre Standpunkte und Forderungen zu den strittigen bzw. problematischen Bereichen in der Bio-Tierhaltung, v.a. in Bezug auf das Weideerfordernis.

Die fachlichen Expertenbeiträge ließen erkennen, dass eine Regelung, die in einem Absatz Haltungsvorgaben formuliert (wie eben das Weideerfordernis für die Pflanzenfresser), nicht undifferenziert, nicht absolut auf jedes Tier, nicht auf jede Tiergruppe umgelegt werden kann. 

Physiologische Ansprüche von Tieren, v.a. in ihrer Jugend oder lebenszyklische Bedingungen müssen berücksichtigt werden können, wenn das Tierwohl wirklich im Vordergrund stehen soll. Eine zwingende Weidevorgabe z.B. für Kälber/Lämmer/Kitze im Säugealter ist dadurch nicht nur in Frage zu stellen, sondern mitunter höchst kontraproduktiv.

Die juristische Betrachtung der Rechtsvorschriften im Sinne von Spielräumen oder Grenzen zeigte keine eindeutig einheitliche Rechtsmeinung. Klar ist: Die Gesetz-Werdung in der EU ist ein langwieriger Prozess, in den viele Interessen jahrelang in einen Rechtsbestand eingearbeitet werden müssen. Mündet dieser Prozess in eine Verordnung, ist es praktisch beinahe unmöglich, dies in überschaubaren Zeiträumen zu ändern. Und – die Verordnung ist überall und unmittelbar anzuwenden! D.h. die Mitgliedstaaten haben nicht die Möglichkeit, daraus eigene Regelungen zu kreieren, wie etwa bei EU Richtlinien.

Neben Bio Austria Obfrau Gertraud Grabmann wiesen auch Bioland und IFOAM Präsident Jan Plagge und andere darauf hin, dass die Verordnung durch ihre (absichtlich?) nicht präzise ausformulierten Artikel (z.B. …wenn die Umstände dies gestatten…, oder …teilweise…) Spielräume zulassen, die es zu nutzen gilt, und die aufgrund der Heterogenität der Naturräume und sonstigen Voraussetzungen in Europa genutzt werden müssen. 

Mastschweine im Strohauslauf. © Markus Danner
Mastschweine im Strohauslauf. © Markus Danner
solche “Frischluftbereiche” außerhalb des Stallgebäudes werden nach der Auslegung der EU-Verordnung nicht als Auslauf anerkannt.

Auf den ersten Blick mag es verwundern, dass über mehr oder weniger Überdachung von Ausläufen großer Diskussionsbedarf besteht. In der Praxis macht das nicht „nur“ dem einen oder anderen Einzelbetrieb zu schaffen, sondern Produktionssysteme können dadurch in Frage gestellt werden. So sind in Frankreich z.-b. „All-straw“-Systeme in der Bio-Schweinemast verbreitet. D.h. auch im Auslauf finden die Schweine ein Strohbett vor, der Stall hat keine Spaltenböden. Das funktioniert natürlich nur mit überdachtem Auslauf, andernfalls ist dieses Festmistsystem nicht möglich. Auch in Salzburg gibt es mindestens zwei Ställe, die auf diese Art funktionieren. Würden die Schweine gefragt, ob ihnen Regen im Spaltenauslauf oder ein Strohbett, in das sie sich eingraben können, lieber ist, wie würden die sich entscheiden?

Ich wage keine Prognose, ob diese Tagung in der Rückschau als jenes Ereignis betrachtet werden kann, in Folge dessen sich betroffenen Betrieben wieder Möglichkeiten eröffneten.

Dennoch bleibt eine gewisse Zuversicht, denn die breite Einigkeit, die sich über Länder- und Organisationsgrenzen hinweg in Bezug auf Berücksichtigung lokaler/regionaler Besonderheiten gezeigt hat, war eine positive Überraschung. Es wird darauf ankommen, dass die handelnden Personen mit dem Schwung aus dieser Tagung rasch konkrete Ergebnisse erzielen. 

Kükenembryos, Bruderhahn und Ethik

Seit vielen Jahren wird und wurde in unregelmäßigen Abständen das Töten frisch geschlüpfter männlicher Küken von Legehühnern angeprangert, ein Verbot gefordert. Die Bioszene hat sich in Teilen (gilt nur für Handelsmarkenlieferanten und Bio Austria Standard) zur Aufzucht der Hähne verpflichtet. Für die langsam wachsenden Tiere wurden spezielle Absatzkanäle gesucht und gefunden. 

Das an sich unrentable Geschäft mit dem „Bruderhahn“ (die Legerassen brauchen viel mehr Futter und länger zum Wachsen als Mastrassen) wird durch die Eier ihrer Schwestern bzw. den Preis ihrer Schwestern (höherer Preis der Bio-Junghennen, den der Legehennenhalter bezahlen muss), querfinanziert.

An einer Lösung auch über den begrenzten Biomarkt hinaus wird gearbeitet, denn schon 2024 soll beispielsweise in Deutschland das Töten männlicher Küken generell verboten sein.
Wenn die Aufzucht von Millionen Hähnen völlig unrentabel ist, sollten die Bemühungen darin bestehen, dass gar keine Hähne schlüpfen. Diese Bemühungen gibt es, in Form der Geschlechtserkennung im Ei. Nun muss dazu aber nicht nur das Ei, sondern auch schon ein mehrere Tage (dzt. ca. 10 Tage) entwickelter Embryo im Ei vorhanden sein, um männlich oder weiblich auseinander zu kennen.
Und an dieser Stelle poppt sogleich die nächste Frage auf. Ob es denn rechtens sein kann, 10 Tage angebrütete Eier wegzuschmeißen, die männliche Embryonen beinhalten, die bereits ab dem 7. Tag schmerzempfindlich sind?

gut entwickelte Masthähnchen im Grünen © Bio Austria
Masthähnchen sind relativ gute Futterverwerter © Bio Austria

Spätestens jetzt beginnt die Debatte absurd zu werden. Es geht nicht um Vegan gegen Nutztiergenießer. Es geht nicht um Tierschützer gegen Landwirte. Irgendwann geht es nur mehr um die Bereitschaft, menschliche Vernunft walten zu lassen. 
Wenn die Ethik der Tierhaltung und Lebensmittelerzeugung bis zur Schutzwürdigkeit angebrüteter Eier vordringt, dann können wir noch nachlegen: Was ist mit den unzählig getöteten Regenwürmern und sonstigen Bodenbewohnern beim Pflügen und Vorbereiten des  Ackers für die Pflanzung der Setzlinge, aus denen unsere leckeren Brokkoli-, Karotten- und Kartoffelgerichte wachsen?

Und, wenngleich so ein Vergleich unsäglich schwer fällt: Solange eine Gesellschaft mit der Fristenlösung gut leben kann (gegen die ich hier nicht zu Felde ziehe), diese ethisch rechtfertigt, solange darf die Entsorgung angebrüteter Eier nicht Gegenstand einer ernsthaften Diskussion unter psychisch gesunden Menschen sein.

Markus Danner

Woran soll sich Landwirtschaft orientieren?

Gäbe es eine eindeutige Marschrichtung, so wie Mitte des letzten Jahrhunderts, als es hieß, macht zu essen, soviel ihr könnt, wäre die Sache relativ einfach. Doch woran soll sich die Landwirtschaft orientieren, wenn von Allem zuviel auf dem Markt? Wenn sich in der Gesellschaft beinahe jeder und jede bemüßigt fühlt, viel Meinung, aber wenig Ahnung zu haben, wie Bauern arbeiten sollen?

Im Magazin “Unser Hof” (Ausg. 01/21) zeigen gegensätzliche Beiträge den ganzen Irrwitz auf, in dem junge Hofübernehmer, Quereinsteiger oder andere an Landwirtschaft Interessierte Orientierung finden müssen.

Da ist einerseits ein junger ehemaliger Leistungssportler, der ein kleines Bergsacherl von seinen Eltern übernommen hat, mit sieben Kühen, ein paar Schweinen und einer kleinen Hofkäserei incl. ambitioniertem Tourismuskonzept Arbeitsplätze auf dem Hof geschaffen hat. Ein Grünlandbetrieb ohne Milch für die Molkerei, nichts für den “Weltmarkt”.

Da ist andererseits ein junges Paar, das einen Robotic-Hochleistungs-Milchviehbetrieb aufgebaut hat. Eine Aussage, sei sie so getätigt oder vom Journalisten frei erfunden, hinterlässt Appetitlosigkeit: Neben einem Melk- und einem Fütterungsroboter tragen die meisten Rinder Sensoren […] in ihren Pansen. Nachsatz: “So ist es uns gelungen, unseren Traum, Milchwirtschaft im Vollerwerb betreiben zu können, zu erfüllen.”
Sensible Mägen könnten auf Derartiges reagieren.

Freude am ersten Wendetag © Elisabeth Spitzauer
lässt sich Tierwohl “digitalisieren”? © Elisabeth Spitzauer

Beide sind junge Hofübernehmer, beide wachsen in der selben Zeit im Süden Österreichs auf. Ihre unterschiedlichen Perspektiven scheinen aus verschiedenen Welten zu stammen.
Aus diesen beiden Welten ein einheitliches Zukunftsszenario über das Treiben der Landwirtschaft in Österreich zu zeichnen, scheint unmöglich. Dennoch tun es Viele. In bedeutungsschwangeren Diskussionsrunden, vom Stammtisch bis in akademische Zirkel. Die genannten Beispiele lassen erahnen, dass nichts davon stimmt und andererseits alles möglich ist.

Ich habe eine Präferenz, welchem Konzept ich eher zuneige.
160% Selbstversorgungsgrad bei Milch. 60% Milch über Bedarf, die eigentlich niemand braucht.
Dennoch wird jeder neue Stall größer gebaut als es der alte war. Mit viel privatem und öffentlichem Geld. Es wird gezüchtet, fütterungsoptimiert und aufgestockt als wären Mangelzeiten. Mit welchem Ziel?

Darüber laut nachzudenken, muss auch erlaubt sein!

Markus Danner

Genormte Sau für den Massenfraß

Die Fleischindustrie ist das sichtbare und spiegelbildliche Ergebnis zivilisatorischer Perversion.

Der Preis für ein 100 Kilogramm schweres Schwein liegt frei Schlachthof bei ca. 150 Euro. Auf dieser Grundlage unterbieten sich die Angebote in den Supermärkten – ein Wettlauf, ob 5, 4 oder sogar 3 vor dem Komma des Kilopreises für das „Grillfleisch mariniert“ steht.

Viele Kunden greifen zu diesen Angeboten. Wir sind sie gewohnt. Fleisch ist kein Luxusprodukt und darf es dem Vernehmen nach auch nicht werden.

Das Ergebnis dieser Gewohnheit wurde in den letzten Wochen mittels Bewegtbildern in die Wohnzimmer Europas gestreamt. Wir bekamen zu sehen, wie (natürlich ausländische, also halb so schlimm… Ironie Ende) Arbeiter aufgefädelt an Fleischzerlegungstischen im Akkord Schweinhälften zerlegen. Optisch erinnert es allerdings mehr an Müll sortieren. In mehrfachem Sinn.

Denn werden in einem Betrieb pro Tag bis zu 25.000 Schweine angeliefert und geschlachtet, kann die dahinterliegende Geschäftsgrundlage keine ethisch tiefgründige sein. Da ist der Geschäftsgegenstand – also die Schweine – wie Müll zu behandeln.

Infrastruktur ist wegrationalisiert

Dorfmetzger gibt es so gut wie keine mehr. Warum nicht? Weil der König, respektive der Kunde sich entschieden hat, lieber zum Kreisverkehr rauszufahren, um beim dortigen Megamarkt das Grillfleisch mariniert um günstiger zu holen.

Dorfmetzger würden aber einiges bieten! Sie würden beispielsweise den umliegenden Bauern ihre Schweine abkaufen. Etliche Bauern hätten dadurch die Möglichkeit, einige solche in einem würdigen Lebensumfeld zu halten, sich selbst und der Bevölkerung der Umgebung einen nicht unwesentlichen Teil wirklich regionaler, wertvoller Lebensmittelgrundversorgung sicherzustellen.

Die Tiere müssten auch nicht auf Reisen gehen, in überfüllten, heißen, nach Streß und Schweinemist stinkenden LKW Zügen. Der Bauer lieferte sie mit seinem Anhänger. Zu zweit, dritt oder fünft. Nur wenige Kilometer.

Es gäbe keine Konzentration von Verkehr, Geruch, Gülle und permanenter Seuchengefahr.

Keine Bioschweine?

Der Bio-Anteil an der Schweinefleischmenge im Lebensmittelhandel ist verschwindend gering. Abgesehen von einigen wenigen Projekten wie dem „Strohschwein“ tendiert er nahezu gegen null.

Worin liegen die Gründe? Am System.
Dieses zäumt den Gaul fast immer von hinten auf.
Der Handel gibt vor, was er bereit ist zu bezahlen. Davon werden die Margen der einzelnen Teilnehmer der „Wertschöpfungskette“ abgezogen. Was übrigbleibt, wird nach Abzug von guten Ideen wie der Beteiligung an Aktionsrabatten dem Lieferanten überwiesen.

Der Handel geht aber nicht von „Bio-Preis = konventionell + 150%“ aus. Sondern von max. +50%. Aber auch 150% von fast Nichts wäre fast Nichts.

Damit ist der Betrag nach dem üblichen Prozedere negativ.

Um diesem System gerecht zu werden und trotzdem Margen zu erwirtschaften, hat die Lebensmittelindustrie eine Zentralisation, Konzentration und Stückkostenreduktion entwickelt, die sich auch ohne Hang zum Drama als Perversion menschlicher Zivilisation manifestiert. Im Umgang mit Tieren, Mitarbeitern und den Ressourcen dieser Erde. Das organisierte Ende von Schweinen oder anderen Tieren zu Zehntausenden (bei Geflügel 100.000en oder Millionen) täglich an einem Ort hat nichts, aber auch gar nichts mit der Notwendigkeit zu tun, Lebensmittel für die Bevölkerung aufzubringen. Die Maßlosigkeit solcher Unternehmen, gestützt und angetrieben durch die Geiz ist Geil Mentalität und das Schnäppchenjagdfieber der Gesellschaft, hat Infrastruktur und Ernährungssicherheit in den Regionen zerstört, Landschaften verödet , Luft, Wasser, Boden verdreckt und die Vielfalt vernichtet.

Und als wäre aller Unsinn nicht genug, werden Tausende dieser armen tierischen Kreaturen durch Mastfabriken durchgeschleust, in denen sie mithilfe von Überseesoja in kürzester Zeit auf gut 100 Kilogramm Lebendmasse aufgedunsen werden, um sie ans andere Ende der Welt, nach China zu exportieren und mit einem Gläschen Schaumwein auf diesbezügliche Exportzuwächse angestoßen werden kann.

Wir wissen das alles schon lange.
Empörung und Entsetzen über solche Zustände sind nicht angebracht, wenn die Reaktion des Einzelnen in seinem Verhalten ausbleibt.

Schluss mit Reden. Anders tun. Anders kaufen.

Markus Danner

Der Nebenerwerbsbauer – gewinnt der Bauernhof wieder an Bedeutung?

Als landwirtschaftlicher Berater, der beruflich auf Bauernhöfen zu tun hat, bin ich häufig mit Auswirkungen des „Strukturwandels“ konfrontiert.
Ein Bauer zeigt auf Bauernhäuser in der Umgebung: „Da hat man aufgehört, der dort drüben schon länger, der dort wird nächstes Jahr aufhören…“ In vielen Gegenden ist das so.
Noch häufiger wird auf den Umstand verwiesen, dass alle (Familienmitglieder) einer Arbeit nachgehen, die Landwirtschaft wird halt noch auf Schmalspur weiterbetrieben, dem Erhalt des Erbes wegen oder so. 

Da macht es schon Freude, wenn eine Biobäuerin, wie letztens, stolz ihren umgebauten und arbeitsfreundlich adaptierten Stall für 15, 16 Kühe zeigt und Wert auf die Tatsache legt, dass sie sich damit ihren Arbeitsplatz zu Hause sichert.
Ja! Genau. So sollte es doch sein.

Jetzt ist sie da – die Krise. 
Eine Krise, in der die Routinearbeit für Abertausende nicht möglich ist, weil die Betriebe geschlossen werden mussten. Beim Schreiben dieser Zeilen nicht absehbar, wann wieder geöffnet.

Seltsame, völlig ungewohnte Gedanken schleichen sich ein. Beschleichen sie diejenigen vielleicht auch, die erzählen, dass z.B im Pongau sowieso alles vom Tourismus lebt – ob einer von den Kindern das „Sacherl“ daheim weiterbetreibt – wohl eher nicht.
Oder jene Bauernfamilie, die sich erst kürzlich entschlossen hat, ihre beiden kleinen Landwirtschaften im Flachgau zu verpachten. Die Freizeit vom Haupterwerb ist dann eben auch Freizeit, nicht Zweitjob. Ja, das stimmt.
Was aber ist schiefgelaufen, dass junge und ältere Bauern und Bäuerinnen zur Erkenntnis gelangen mussten, dass sie es besser lassen. Das mit der Landwirtschaft.
Wir alle wissen es. Der Preis, die Wertschätzung, die dich verschlingende Bürokratie, die Arbeitsbelastung, die Kosten. 

soll ich in der Landwirtschaft leben oder soll ich nicht? – fragen sich viele junge Leute
© Danner

Jetzt, wo viele zuhause sitzen, vielleicht sogar auf dem Sacherl der Eltern, schon verpachtet oder noch in Tagesrandzeiten und Wochenendarbeit bewirtschaftet, könnte aber die Wertschätzung für das Eigene, – für die einem auf Zeit anvertraute Mutter Erde eine Renaissance erleben.

Auf den Bauernhöfen wird unbeirrt die Arbeit fortgesetzt. Die Tiere scheren sich keinen Deut um die Krise. Das hat möglicherweise auch etwas Beruhigendes für die betreuenden Menschen an sich.
Von den Tieren kann man sich etwas abschauen. Nämlich – worauf es wirklich ankommt.
Es kommt darauf an, dass die fundamentalen Dinge funktionieren, auch wenn’s schwierig wird. 
Unser hochgezüchtetes globales Wirtschaftssystem ist nach wenigen Tagen am Boden, wenn’s schwierig wird, das erleben wir gerade hautnah.

Die Landwirtschaft – in der Ökonomie „Primärsektor“ genannt, ist deutlich resilienter. 
Das „Primär“ bezieht sich für mich auf die Hierarchie in der Unverzichtbarkeit.
Mit Landwirtschaft allein funktioniert keine moderne Volkswirtschaft, klar.  Aber ohne?
Diese Wichtigkeit müsste nicht zwingend dazu führen, sich in entsprechenden Gruppen in sozialen Medien selbst zu feiern und teilweise haarsträubenden Unsinn zu verbreiten.

Sie dürfte aber dazu führen, mit Selbstbewusstsein die eigene Rolle in der Gesellschaft zu überdenken. Die eigene Rolle in der Arbeitswelt. Die Rolle des landwirtschaftlichen Familienbetriebes im Gesamtgetriebe.

Die aktuelle Krise zeigt ganz deutlich auf, was viele nie bezweifelten:
Gut vernetzte kleine Strukturen sind widerstandsfähiger als große. Je größer, desto tönern die Füße. So gesehen ist unsere Landwirtschaft ein Paradebeispiel an Resilienz.

Eine zukunftsträchtige Strategie könnte doch sein, Energie dafür aufzuwenden, die landwirtschaftlichen Betriebe zu entwickeln. In eine Richtung zu entwickeln, die sie befähigt, einem Familienmitglied oder mehreren einen Arbeitsplatz „zuhause“ zu sichern.
Das wird nicht überall mit ein paar Milchkühen möglich sein. Dennoch: Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt, wenngleich viele Bauern im Grünlandgebiet Landwirtschaft mit Milchviehhaltung gleichsetzen.

Autor unbekannt; Foto Danner

Es wird aber nicht nur einer positiven Grundstimmung der Bauern bedürfen. Die Gesellschaft als Ganzes muss sich entscheiden. Bäuerliche Betriebe leben davon, ihre Produkte gewinnbringend zu verkaufen und für öffentliche Leistungen angemessen bezahlt zu werden. Lange genug hat der Tourismus bäuerliche Kulturlandschaft verkauft, ohne sich vorher  Verkaufsrechte sichern zu müssen. Damit muss jetzt Schluss sein! 

Der Preis des Essens muss seinem Wert entsprechen. Der Preis der Kulturlandschaft dem Aufwand ihrer Instandhaltung.

Dann kann ein 25 Hektar Betrieb ein Familieneinkommen sichern, und für viele Familien Grundnahrungsmittel erzeugen, die selbst in der Krise verfügbar sind.

Markus Danner

Gefeierte Biolandwirtschaft

So feiern wir Biolandwirtschaft in Salzburg!
Kulinarik: Bio- Slow-, Fast- und Special-Food auf einem Platz!

Kultur, Unterhaltung, Artistik, Action für Kinder und Große,
Traumwetter inclusive!
Biobauern, -Bäuerinnen und Bio-Partner, die mit BIO AUSTRIA Salzburg die Biolandwirtschaft der Öffentlichkeit präsentieren:
Gefeierte Biolandwirtschaft auf dem Salzburger Kapitelplatz im Oktober 2019

Das Salzburger Biofest 2019 als Videoclip

Das Salzburger Biofest 2019 in Bildern

  • Jugend der Zirkusschule Imago © Markus Danner
  • Spaß im Heu © Markus Danner
  • Info zum Biolandbau © Markus Danner
  • Modeschau der Mode-Schülerinnen © Markus Danner
  • Biobrot vom Handwerk © Markus Danner
  • Koch- unbd Essenstipps vom Profi © Markus Danner
  • hoher Wohlfühlfaktor © Markus Danner
  • feinste Leckereien vom Rosencafé © Markus Danner
  • feinste Leckereien vom Rosencafé © Markus Danner
  • Spezialitäten an jeder Ecke des Kapitelplatzes © Markus Danner
  • Kontrollrundgang etwas anders © Markus Danner
  • Demeter Küche © Markus Danner
  • Kultur von und für Groß und Klein © Markus Danner
  • jazziges © Markus Danner
  • die Besten! © Markus Danner
  • hoch hinaus in Traumkulisse © Markus Danner
  • © Markus Danner
  • 2 Tage Kinderschminken © Markus Danner
  • Bio goes Asia ©( Markus Danner
  • Bio und Fair im Kaffeehaus © Markus Danner
  • Kaffeehausfeeling im EZA Weltcafe © Markus Danner
  • Jugend der Zirkusschule Imago © Markus Danner

Genialer Biokäse aus Hofkäserei

In Kleinarl/Wagrain gibt es seit kurzem Biokäse nach BIO AUSTRIA Standard von einer Biobauerninitiative dreier innovativer Biobauern.

Die Wertschöpfung und den Arbeitsplatz zuhause in der Region halten, dazu herrliche Bioprodukte der Betriebe vor Ort für die Menschen vor Ort anzubieten, war die Idee, die Vision der drei jungen Biobauernfamilien.

Aus der Idee wurde die Hofkäserei auf dem Hirschleitenhof, auf dem Käse und Milchprodukte unter der Marke “Bio aus dem Tal” produziert und vermarktet werden.

Die Kostprobe überzeugt – hier ist etwas gelungen!
Hier entsteht genialer Biokäse aus einer Hofkäserei.

hier geht’s zu bioausdemtal.at

Aronia – Powerbeere aus dem Lungau

Die Aronia – Powerbeere aus dem Lungau wächst auf über 1150 m Seehöhe in einer der sonnenreichsten Gegenden Österreichs im Biosphären Park Lungau, weit weg von stark befahrenen Straßen. Die Beerenkulturen werden mit der Hand gejätet und mechanisch bearbeitet. Die Aronia-Produkte vom Zehnerhof stammen ausschließlich von Beeren der eigenen Kulturen und werden am eigenen Betrieb schonend zu Saft, getrockneten Beeren und  Aroniapulver verarbeitet.

Die Kultur auf dem Feld ist absolut außergewöhnlich in ihrer Erscheinung. Im Herbst, nach dem ersten Frost, wird die Beerenplantage zu einem feuerroten Augenschmaus, der seinesgleichen in der Landschaft sucht.

Aronia – die Powerbeere aus dem Lungau

Die Aronia ist eine wunderbare Abwechslung als Kultur, als Betriebszweig einer Bio-Landwirtschaft im Salzburger Innergebirg und als regionales Bio-Produkt.

Der Aronia mit ihren hohen Konzentrationen an sekundären Pflanzeninhaltsstoffen und bioaktiven Substanzen werden zahlreiche Fitmacherwirkungen für Geist und Körper zugeschrieben.

Je nach persönlichem Geschmack pur oder mit anderen Säften gemischt ist Aroniasaft ein exzellenter Frischmacher.

www.zehnerhof.at

  • Aroniaprodukte aus dem Lungau © Markus Danner
  • Aroniaernte auf dem Zehnerhof © Markus Danner
  • erntereife Aroniakultur im Lungau © Markus Danner
  • feuerroter Aroniastrauch mit reifen Beeren © Markus Danner

Bio-Kräuter vom Bergbetrieb

Strukturwandel bedeutet nicht nur wachsen oder weichen.
Strukturwandel kann auch heißen (statt Milch und ein, zwei Kalbinnen pro Jahr), Bio-Kräuter vom Bergbetrieb anzubieten.

Die Familie Kaml in Wagrain hat durch den Einstieg in den Kräuteranbau nicht nur eine attraktive Alternative zur Tierhaltung gefunden.
Der neue Betriebszweig ermöglicht vielmehr Überlegungen, auf außer Haus Zuerwerb zu verzichten und zusätzlichen Arbeitsplatz und Wertschöpfung am eigenen kleinen Biobetrieb zu schaffen.

mit Masthühnern, Puten und wachsendem Kräuteranbau mit Direktvermarktung strebt die Familie das Ziel an, Großwidmoos als Vollerwerbsbetrieb zu führen!

  • Kräutergarten Kaml, 2019 © Kaml
  • Kräutergarten Kaml, 2019 © Kaml
  • Kräutergarten Kaml, 2019 © Kaml
  • Kräutergarten Kaml, 2019 © Kaml
  • Kräutergarten Kaml, 2019 © Kaml
  • Kräutergarten Kaml, 2019 © Kaml
  • Kräutergarten Kaml, 2019 © Kaml
  • Kräutergarten Kaml, 2019 © Kaml
  • Kräutergarten Kaml, 2019 © Markus Danner
  • Kräutergarten Kaml, 2019 © Markus Danner
  • Kräutergarten Kaml, 2019 © Markus Danner
Kräutergarten der Familie Waltraud Kaml in Wagrain;
von Markus Danner

Markus Danner

Bio-Hendl statt Nuggets

Das “Hendl” ist ein europäisches Kontinentalgericht. Das Hendl ist auch eines jener Tiere, dessen Zucht und Haltung zur Perversion menschlichen Handelns geworden sind.
Die Devise der Zukunft muss heißen: Klasse statt Masse – Bio-Hendl statt Nuggets.

In vier oder fünf Wochen zur schlachtreifen, nicht mehr gehfähigen Kreatur hochgemästet – um zum Spottpreis auf den Weltmarkt geworfen zu werden – kann das ein gesundes Lebensmittel sein? Ist das ethischer Prinzipien im Geringsten würdig?

Wir sagen nein.
Bio-Hendl werden doppelt so alt und wissen, wie Sonnenlicht aussieht und sich anfühlt. Sie scharren auf der Weide nach Fressbarem und chillen im Baumschatten. Ist das kein substanzieller Unterschied zum geschundenen Bierzeltfraß?
Deshalb: Bio-Hendl statt Nuggets; nicht oft – aber dafür Genuss mit Klasse!

  • Chillen im Baumschatten © Markus Danner
  • gut entwickelte Masthähnchen im Grünen © Bio Austria

Das Bio-Masthuhn in der Aufzucht –
so lebt das Bio-Hendl

Bodenfläche

Biomasthühner, Biomastgeflügel allgemein wird auf einer eingestreuten Ebene am Boden gehalten. 
Als Einstreu werden Häckselstroh, Hobelspäne, Dinkelspelzen oder Softcell verwendet. 
Wichtig ist eine hohe Qualität der Einstreu (kein verpilztes Stroh einsetzen). 

Stallklima

Ein optimales Stallklima hinsichtlich Licht, Luft und Temperatur sind entscheidend für das Wohlbefinden der Tiere. Speziell Küken haben am Anfang ein besonders hohes Wärmebedürfnis (32 – 33°C im Tierbereich). D.h. der (Küken-) Stall muss  isoliert und beheizbar sein und über ein gutes Zu- und Abluftsystem verfügen.

Fütterungsbereich

Heute sind bei größeren Beständen vorwiegend automatische Spiralfütterungen mit speziellen Futterschalen in Verwendung. In kleineren Ställen auch Handfutterautomaten. In der Kükenaufzucht werden eigene Futterbehälter eingesetzt (flache Futterschalen, Eierhöcker etc.).

Tränkebereich

Verwendung finden bei Masthühnern vorwiegend Nippeltränken, bei Mastputen Rundautomaten oder Cuptränken. 
Sauberes und jederzeit gut erreichbares Tränkewasser ist selbstverständlich.

Außenscharrraum

Der Außenscharrraum (Kaltscharrraum) ist ein überdachter, eingestreuter und mit einem Wind- und Regenschutz versehener Bereich des Hühnerstalles mit betonierter Bodenfläche, in dem Außenklima vorherrschen soll. 
Über den Außenscharrraum erfolgt der Zugang zur Weide.

Weide

4 m2 begrünter Auslauf muss jedem Masthuhn tagsüber uneingeschränkt zur Verfügung stehen. (für 1000 Hühner 4000m2)
Die Weide wird von den Tieren gut angenommen, wenn ihnen ausreichend Unterschlupf- und Fluchtmöglichkeiten angeboten werden (Bäume, Sträucher, Schattenhütten…).